Das Latein-Praxis-Seminar der 11. Klasse unter der Betreuung ihrer Lehrkraft Susanne Buschinger vom Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg bot den Schülern der 3. und 4. Klasse der Grund- und Mittelschule Obing einen lehrreichen, sehr kurzweiligen Schulvormittag. 

Nachdem die GMS Obing im Winter eine Einladung des HGT für einen „Römertag für Kinder“ erhielt, meldeten sich die Klassen 3b und 4b des Grundschulstandorts Pittenhart mit ihren Lehrerinnen Astrid Pröller und Carina Steiner zu dem angebotenen Römerprojekt an.

Vor kurzem besuchte nun das 13-köpfige P-Seminar mit Buschinger die Klassen.

Die sympathischen Seminaristen teilten in der Schulaula unmittelbar nach der Begrüßung durch Schulleiter Thomas Duxner und dem kurzen Film zur thematischen Einführung ins antike Römerleben die beiden Klassen in vier Gruppen und unterrichteten sie im Helikopterverfahren an vier Stationen, die im Vorhinein in Klassenzimmern, in der Aula und auf dem Pausenhof aufgebaut wurden.

Die Teilnehmer des Seminars Arthur Baron, Jannik Brandl, Sebastian Bremer, Raphael Dörringer, Viktoria Fräger, Tobias Fritz, Kerstin Mayer, Lukas Mödl, Anna Heckhausen, Bastian Huber, Lili Klapfenberger, Lukas Mödl, Elias Rosnitschek und Pia Schramm strukturierten ihre Stationen in „Kultur“, „Essen“, „Basteln“ und „Spiele“, betrieben dabei viel Vorarbeit und brachten imposantes Anschauungsmaterial mit. Für jedes Thema hatten die Schülergruppen eine knappe Schulstunde Zeit.

Im Zimmer „Kultur“ suchten die Kinder lateinische Begriffe und erfuhren einiges über das antike Rom, und die Römer, vor allem aber über die Gladiatoren, die römischen Götter und deren verwandtschaftlichen Beziehungen. Die Schüler mussten dabei kurze Texte vorlesen und mit dem passenden Bild versehen. Alle waren ganz begeistert von der Ausrüstung eines römischen Gladiators. Sie konnte sogleich anprobiert werden.

Speisen wie einst die Römer, das durften die Grundschüler im nächsten Raum. Nach einem kurzen Vergleich zwischen dem Abendessen der einfachen Römer und dem Ablauf der „cena“ der Reichen, bereitete jeder seinen eigenen Brotaufstrich zu. Das sogenannte „moretum“ aus Knoblauch Schafskäse, Ricotta, Kräutern und Olivenöl konnten sich die kleinen Römer auf selbst gebackenem Fladenbrot von Lili und Pia mit Obst und Traubensaft - gemütlich liegend auf dem Speisesofa - schmecken lassen. Außerdem lernten sie ganz nebenbei die lateinischen Wörter für die typisch römischen Nahrungsmittel über Wort- und Bildkarten kennen.

In der Bastelstube, bei ruhiger Musik, konnten die Kinder unter Anleitung von einigen Gymnasiasten praktische Beuteltaschen aus Kunstleder herstellen. Die Kinder waren dabei sehr ruhig und konzentrierten sich auf ihr Werkstück. Wer fertig war, der malte römische Abbildungen aus.

Großes Vergnügen schafften auch die Spiele auf dem Pausenhof. Beim „Delta-Spiel“, das mit Kreide auf das Pflaster gemalt war, gewann das Kind, das am genauesten seinen Stein in die mit Zahlen versehenen Felder warf. Hierbei wurden die römischen Ziffern kennengelernt. An der Tischtennisplatte erklärten Seminaristen die Brettspiele „Rundmühle“ und „Schafe und Wolf“ sowie das „Knochenspiel“. Letzteres war ein beliebtes Glücksspiel in der Antike, das mit kleinen Schafsknöchelchen gewürfelt wurde. Zudem ging das hier stationierte Team auf die römische Kriegsführung ein. So schnell wie die Kinder in die Legionärsrüstung hineinschlüpfen wollten, so schnell waren sie auch wieder heraus, denn die Ausstattung war ihnen unangenehm schwer. Der Brustpanzer wurde gerne gegen eine weiße Tunika getauscht.

Nachdem die Grundschüler sämtliche Stationen wissbegierig und eifrig durchlaufen hatten, versammelte man sich wieder in der Aula, wo ein Abschlussquiz durchgeführt wurde. Auf Janniks Frage, was ihnen denn am besten beim „Römertag“ gefallen hätte, antworteten viele Kinder, dass alles sehr schön und die Verkostung sehr lecker gewesen wäre.

Frau Buschinger meinte, ihr Seminar und sie hätten sich an der Pittenharter Schule sehr wohl gefühlt.

Mit einem kleinen süßen Präsent wurden die Trostberger verabschiedet. Die Schüler und Lehrerinnen aus Pittenhart bedankten sich bei den Besuchern für die gelungenen und aufwändigen Geschichtsstunden. Ein großes Lob an das Hertzhaimer- Gymnasium mit seinem außerordentlichen „P-Seminar Latein“. (Text und Fotos: pra)